TradingView Einrichtungsanleitung: Vom Anfänger zum Profi-Setup

Professionelles TradingView Setup
Professionelles Multi-Monitor-Trading-Setup mit TradingView-Oberfläche.

TradingView ist die weltweit beliebteste Charting-Plattform - und das aus gutem Grund. Aber standardmäßig ist sie unübersichtlich. Überwältigend. Die meisten Trader erschließen nie ihre wahre Kraft.

Diese Anleitung verwandelt dein TradingView vom Standard-Chaos in eine saubere, effiziente Trading-Umgebung. Egal ob du gerade anfängst oder ein bestehendes Setup optimieren möchtest, diese Schritte werden dein Charting verbessern.


Erste Schritte: Die Oberfläche aufräumen

Das Standard-Layout von TradingView ist laut. Beginne damit, zu entfernen, was du nicht brauchst:

Rechtsklick auf den Chart und diese Einstellungen anpassen:

  • Gehe zu Einstellungen → Erscheinung
  • Deaktiviere "Gitterlinien" (sie fügen visuelles Rauschen hinzu)
  • Deaktiviere "Navigationsschaltflächen" (nutze stattdessen Tastenkürzel)
  • Verstecke den "Vergleichen"-Button, wenn du ihn nicht nutzt

Toolbar aufräumen:

  • Rechtsklick auf die linke Leiste → Anpassen
  • Entferne Werkzeuge, die du nie benutzt
  • Behalte nur: Trendlinie, Horizontale Linie, Fibonacci Retracement, Rechteck

Farbschema einrichten:

  • Gehe zu Einstellungen → Erscheinung → Hintergrund
  • Nutze einen dunklen Hintergrund (schonender für die Augen bei langen Sessions)
  • Wähle Kerzenfarben, die leicht zu unterscheiden sind

Wichtige Chart-Einstellungen

Diese Einstellungen machen einen erheblichen Unterschied in der Benutzerfreundlichkeit:

Kerzenstil:

  • Gehe zu Einstellungen → Symbol
  • Aktiviere "Rahmen" für Dochte (macht sie sichtbar vor dem Hintergrund)
  • Erwäge "Hohle Kerzen" - sie zeigen die Open-Close-Beziehung klarer

Skaleneinstellungen:

  • Einstellungen → Skalen → Rechtsklick auf Preisskala
  • Aktiviere "Auto" für automatische Skalierung
  • Aktiviere "Preis-zu-Balken-Verhältnis sperren" für konsistente Kerzengrößen

Session-Einstellungen:

  • Einstellungen → Symbol → Session
  • Stelle auf deine Trading-Session ein (Nur reguläre Handelszeiten oder Erweitert)
  • Dies eliminiert After-Hours-Rauschen, wenn du diese Sessions nicht handelst

Deine Watchlist aufbauen

Eine gut organisierte Watchlist ist entscheidend für effizientes Trading:

Sektionen erstellen:

  • Klicke auf das Stern-Symbol, um das Watchlist-Panel zu öffnen
  • Nutze "Neue Sektion erstellen" zur Organisation nach Kategorie
  • Beispiele: "Top Setups", "Beobachtend", "Earnings Diese Woche"

Wichtige Spalten hinzufügen:

  • Rechtsklick auf Spaltenüberschriften zum Anpassen
  • Wichtige Spalten: Symbol, Letzter Preis, Änderung %, Volumen
  • Fortgeschritten: Füge "Relatives Volumen" hinzu, um ungewöhnliche Aktivität zu erkennen

Flags verwenden:

  • Markiere Symbole mit verschiedenen Farben für verschiedene Zwecke
  • Rot: Potenzielle Shorts
  • Grün: Potenzielle Longs
  • Blau: Anstehende Nachrichten

Layout-Management

Professionelle Trader nutzen mehrere Layouts für verschiedene Zwecke:

Ein Scan-Layout erstellen:

  • Nutze Layout → Layout speichern unter
  • Richte mehrere kleine Charts in einem Raster ein (2x2 oder 3x3)
  • Schnellübersicht der Watchlist ohne detaillierte Analyse

Ein Analyse-Layout erstellen:

  • Ein großer Chart oder 2-Chart-Aufteilung
  • Platz für Indikatoren und Zeichenwerkzeuge
  • Für detaillierte Trade-Planung nutzen

Ein Multi-Timeframe-Layout erstellen:

  • Gleiches Symbol in 3-4 Zeitrahmen
  • Per Symbol verknüpft (synchronisiert über alle Charts)
  • Essentiell für das Verständnis der vollständigen Marktstruktur

Deine Charts verknüpfen:

  • Klicke auf das Ketten-Symbol in jedem Chart
  • Setze alle Charts auf dieselbe Farbgruppe
  • Symbol in einem ändern ändert alle verknüpften Charts

Indikator-Setup

Weniger ist mehr bei Indikatoren. So richtest du sie richtig ein:

Die Essentials:

  • Volumen (immer - es ist kostenlose Information)
  • Ein oder zwei gleitende Durchschnitte (EMA 20/50 oder SMA 50/200)
  • Ein Momentum-Indikator falls nötig (RSI oder MACD, nicht beide)

Tipps zur Indikator-Einrichtung:

  • Doppelklick auf einen Indikator für die Einstellungen
  • Passe Farben an dein Theme an
  • Nutze den "Stil"-Tab zur Anpassung der Linienstärke
  • Als Standard speichern, damit neue Charts deine Einstellungen nutzen

Vorlagen verwenden:

  • Richte deine perfekte Indikator-Kombination ein
  • Rechtsklick auf Chart → Vorlage speichern
  • Sofort auf jeden neuen Chart anwenden

Wichtige Tastenkürzel

Schnelle Trader nutzen Tastaturen, nicht Mäuse. Diese merken:

KürzelAktion
Alt + TTrendlinien-Werkzeug
Alt + HHorizontale Linie
Alt + FFibonacci Retracement
Alt + IIndikator einfügen
LeertastePlay/Pause im Replay umschalten
+/-Rein/raus zoomen
PfeiltastenChart-Historie navigieren
EntfAusgewähltes Objekt löschen

Verbringe 10 Minuten mit dem Üben dieser. Die Geschwindigkeitsverbesserung summiert sich über tausende Interaktionen.


Alert-Konfiguration

Alerts gehören zu den mächtigsten Features von TradingView:

Preis-Alerts:

  • Rechtsklick auf Preisniveau → Alert hinzufügen
  • Für wichtige Support-/Widerstandsniveaus einrichten
  • Nutze "Einmal pro Balkenabschluss" um Spam zu vermeiden

Zeichenwerkzeug-Alerts:

  • Zeichne eine Trendlinie oder horizontale Linie
  • Rechtsklick → Alert hinzufügen auf [Zeichnung]
  • Alerts wenn Preis deine gezeichneten Niveaus kreuzt

Indikator-Alerts:

  • Alert erstellen → Bedingung → Indikator auswählen
  • Beispiel: RSI kreuzt über 30 (Überverkauft-Ausstieg)
  • Beispiel: MACD Histogramm wechselt Farbe (Momentum-Wechsel)

Alert-Ziele:

  • Mobile Benachrichtigungen einrichten (TradingView App herunterladen)
  • E-Mail-Alerts für wichtige Niveaus aktivieren
  • Webhook-Integration für erweiterte Automatisierung nutzen

Replay-Modus zum Üben

TradingViews Replay-Funktion ist untergenutzt aber wertvoll:

  • Klicke auf den "Replay"-Button in der unteren Leiste
  • Wähle ein Datum zum Abspielen
  • Nutze Geschwindigkeitsregler zum Üben der Mustererkennung
  • Mache Notizen, was du getan hättest

Das kommt einem Trading-Simulator am nächsten, ohne Geld zu riskieren.


Kostenlos vs. Bezahlt: Was lohnt sich?

Die kostenlose Stufe von TradingView ist leistungsfähig. Bezahlte Stufen fügen hinzu:

Upgrade lohnt sich für:

  • Mehr Charts pro Layout (Essentiell wenn du Multi-Timeframe nutzt)
  • Mehr Alerts (Das kostenlose Limit ist restriktiv)
  • Mehr Indikatoren pro Chart
  • Schnellere Datenaktualisierung

Vorerst überspringen:

  • Premium-Stufe außer du brauchst 8+ Charts
  • Backtesting-Funktionen (bessere Drittanbieter-Tools existieren)
  • Die meisten kostenpflichtigen Indikatoren (lerne erst die kostenlosen)

Starte kostenlos. Upgrade wenn du auf eine spezifische Einschränkung stößt.


Profi-Tipps für den täglichen Gebrauch

  • Nutze die Suchleiste: Drücke "/" um die Schnellsuche zu öffnen.
  • Screenshot mit einem Klick: Das Kamera-Symbol erfasst deine Analyse.
  • Geräteübergreifend synchronisieren: Deine Layouts und Zeichnungen werden in der Cloud gespeichert.
  • Nutze den Pine Editor: Du kannst benutzerdefinierte Skripte finden und importieren.
  • Prüfe den Wirtschaftskalender: Der eingebaute Kalender zeigt bevorstehende Ereignisse.

Das Fazit

Ein professionelles TradingView-Setup geht nicht darum, mehr Indikatoren oder das schickste Layout zu haben. Es geht darum, Reibung zwischen dir und den wichtigen Daten zu eliminieren.

Beginne mit diesen Grundlagen:

  • Saubere Oberfläche (Unordnung entfernen)
  • Organisierte Watchlists (Sektionen, Flags, wichtige Spalten)
  • Mehrere gespeicherte Layouts (Scan, Analyse, Multi-Timeframe)
  • Intelligente Alerts (lass die Plattform für dich arbeiten)
  • Tastenkürzel (Geschwindigkeit summiert sich)

Investiere eine Stunde in die einmalige Einrichtung, und du sparst hunderte Stunden in deiner Trading-Karriere.


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